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NOVÝ
JIÈÍN |
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Die Stadt Nový Jièín
hat zwar keine grossen Bauten, die schon von weitem
Wanderer locken würden. Doch sobald du die Stadtschwelle
überschreitest, atmest du besondere Atmosphäre auf:
alles ist hier hergerichtet und in einer harmonischen
Ordnung…
Mit diesen Worten wird die Stadt Nový Jièín von einem
mährischen Wanderer noch Anfang des 19. Jhs. beschrieben,
und es scheint, daß man diese Aussage nicht mal heute
ändern muß. Die Stadt hätte diese Eigenschaften als eine
Gabe schon bei der Gründung in die Wiege bekommen. Die
Stadt ist am Fluß Jièínka sozusagen auf einmal auf der
grünen Wiese auferstanden, und es ist bis heute zu sehen.
Ihre Anfänge fallen in die 2. Hälfte des 13. Jhs., wo
sie an einer Kreuzungstelle wichtiger Handelswege
gegründet worden ist. Den ältesten und
bewunderungswürdigsten Stadtteil stellt der bis heute
regelmäßige, quadratförmige Markktplatz dar, der durch
seine Disposition zu Höhepunkten des hiesigen
mittelalterlichen städtischen Urbanismus gehört.
Die Stadt wurde durch Bier—und Weinverkauf reich, und
eben auch die meisten Kellergewölbe, die sich unter den
wohlhabenden Schenkhäusern befinden, werden zu den
ältesten Baudenkmälern gerechnet. Das älteste Baudenkmal
in der Stadt schlechthin ist jedoch die gotische Burg
der Herren von Kravaø, die Ende des 14. Jhs. erbaut
worden war. An Stelle der Burg wuchs im Laufe des 15.
und 16. Jhs. ein bequemes Renaissance-Schloß, in dem
zugleich auch eine kleine, zu Zeiten der türkischen
Gefahr entstandene Stadtzitadelle erkennbar ist. Der
Renaissance-Stil beeninflußte natürlich auch die Form
von Fassaden und Innenräumen der Mürgerhäuser auf dem
Marktplatz.
In der 2. Hälfte des 16. Jhs fing man an, berühmte
Laubengänge zu gestalten, und unbekannte italienische
Baumeister haben im Stil der toskanischen Renaissance
die sog. Alte Post, heutzutage das wertvollste
Bürgerhaus, erbaut. In die Stadtentwicklung hat sich
aber auch der Barockstil auf bedeutende Weise
eingeschrieben: die zu dem Zeitpunkt ruhige Silhouette
der Stadt hat damals eine unübersehbare Dominante
bekommen – die barocke Mariä-Himmelfahrt-derzeitige
Fassaden vorzufinden. Zu einem imaginären Mittelpunkt
des Marktplatzes ist die Pestsäule mit Jungfrau Maria
(1710) geworden. Rundum vereinen sich merkwürdig
architektonische Zeugen der folgenden Jahrhunderte –
Klassizismus, Empire, neuhistorische Stile. Nur wenigen
Besuchern kann einfallen, daß die Rokoko-Fassade der
Apotheke Zum weißen Engel erst 1913 entstanden ist.
Eine außerordentliche Konzentration von historisch
wertvollen Gebäuden und der urbanistische Wert des
Stadtkernes haben dazu gaführt, daß das Zentrum der
Stadt Nový Jièín seit 1967 unter Denkmalschutz steht,
was sich aljährlich auch durch die zahlreichen Touristen
widerspiegelt.
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