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Pustevny

 

[Pustevny]   [Chapel]   [Radegast]  (Cyril and Methodeus)

 
  

 
 
Pustevny

Auf dem Kamm über Frenstat im Hauptmassiv der Mährisch-Schlesischen Beskiden liegt eines der meistbesuchten Reiseziele derTschechien Republik, der Bergort Pustevny. Besonders sehenswert sind hier die stilgerechten Hütten nach dem Entwurf des slowakischen Architekten Dušan Jurkoviè aus dem Jahre 1898. Der Ort ist das ganze Jahr über gut mit dem Sessellift von der Ausgangsstation im Ort Trojanovice aus erreichbar.

Pustevny ist idealer Ausgangspunkt für interessante Wanderungen, z. B. in Richtung Osten zur Teufelsmühle (Èertùv mlýn,1207 m) oder in westliche Richtung an der Statue des Gottes Radegast vorbei auf den heiligen Berg Radhoš (1209 m).

Eine der schönsten Balladen über die Entstehung von Pustevny

Es ist schon lange her, als ein Weber in der Dolní Straße in Frenštát wohnte. Er war sehr fromm und hatte zwei Söhne. Eines Tages setzte er sich in den Kopf, nach Rom zu pilgern. Da sein Geld immer knapp war, verschob er die Wanderung Jahr für Jahr, bis er so alt war, dass er nicht mehr fähig war, zu Fuß nach Rom zu gehen. Um wenigstens eine Wohltat in seinem Leben zu leisten, wollte er einen seiner Söhnen zum Priester machen. Doch der Mensch denkt, Gott lenkt - plötzlich wurde der Weber krank und starb. Da er seine Versprechen zu Gott nicht erfüllt hatte, gab ihm der Tod keinen Frieden und so gespensterte er im Haus herum.

Inzwischen war der erste Sohn verheiratet, und der zweite zum Militär rekrutiert. Der verheiratete Sohn bewohnte nach dem Tod des Vaters das Haus und sah oft den Unseligen, wie er um Mitternacht und später auch schon zur Mittagszeit auf der Treppe zum Dachboden saß. Am Anfang fürchteten sich die Hausbewohner vor dem Geist, doch später hatten sie sich an ihn gewöhnt, als würde er zur Hausgemeinschaft gehören.

Eines Tages kam ein alter Bettler zum Haus und als dieser hörte, was im Haus los ist, gab er dem Hausherrn einen Rat: Er solle den Unseligen fragen, was er verlange und warum er keine Ruhe nach dem Tod finde. 

Als der Geist wieder auf der Treppe saß, fasste sich der Hausherr ein Herz, ging zu ihm und fragte ihn. Der Geist antwortete: "Ich habe das Versprechen gegeben, nach Rom zu pilgern und einen Sohn zum Priester zu machen, aber weder das erste noch das zweite habe ich erfüllt - deshalb finde ich keine Ruhe!" 
Genau zu dieser Zeit kam der zweite Sohn vom Militär zurück. Die beiden Brüder berieten gemeinsam, wie sie ihrem Vater helfen könnten , damit er endlich die ewige Ruhe fände. Da war guter Rat teuer - weder der erste noch der zweite konnten Priester werden und für die Wanderung nach Rom hatten beide nicht genug Geld. Letztendlich hatte der Sohn, der Soldat war, eine andere Idee, die dem Vater seine erhoffte Ruhe bringen konnte. Er ging auf den Berg Radhost, baute eine Einsiedlerhütte und gleich daneben eine kleine Kapelle. Da betete er um die Seele seines Vaters und dessen Geist zeigte sich nie wieder im Hause des verheirateten Bruders. Der Vater fand also seine Ruhe. 

Der Einsiedler lebte bis zu seinem Tode auf dem Radhost, sammelte Wurzeln und ernährte sich von ihnen. Manchmal kamen Leute zu ihm, schenkten ihm Essen und baten ihn, um ihre Toten zu beten.
Nach der mündlichen Überlieferung zog der Einsiedler in Notzeiten mit einem Esel durch das Land und bettelte um Essen. Es scheint, dass hier mehrere Einsiedler gelebt haben. Nach dem letzten, der Felix geheißen haben soll (er starb 1784), wurde eine Buchenallee auf Pustevny benannt. An die Einsiedler erinnern noch einige halb zugeschüttete Gruben in der Nähe der Unterschlüpfe. In einer von ihnen wurden bei Grabungen eine alte Gravur gefunden, eine Glocke und eine Abbildung Gottes - ein Kopf mit drei Gesichtern.

Quelle: František Horeèka - Das Buch über den denkwürdigen Radhoš
 
alte Fotografien
   
 
 
   
  
  

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